Brustvergrößerungen mithilfe von Gelimplantaten sorgen erneut für Aufregung und Verunsicherung, verursacht durch die jüngsten Meldungen bezüglich fehlerhafter Implantate aus Frankreich. Auch aus diesem Grund gewinnt die Eigenfetttransplantation zunehmend an Bedeutung - nicht nur bei Brustvergrößerungen, sondern auch in anderen Bereichen der Schönheitschirurgie.
Frau Dr. Petra Berger, eine Koryphäe auf ihrem Gebiet, befragten wir zu den Vor- und Nachteilen von Implantaten. Sie erklärt, wie man sich weitestgehend vor Fehlleistungen schützen kann und welche innovativen Alternativen es aktuell gibt. Zudem bietet sie den betroffenen Frauen kostengünstige Soforthilfe an.
Frau Dr. Berger, derzeit lassen sich Tausende von Patientinnen ihre Silikongelimplantate entfernen, weil diese fehlerhaft sind. Als wie kritisch bzw. gefährlich schätzen Sie die Situation ein?
Frau Dr. Berger: Im aktuellen Fall handelte es sich auf keinen Fall um sogenannte "Billigimplantate", sondern es wurde in dieser Firma zu einem gewissen Zeitpunkt billiges Industriesilikon anstelle von hochwertigem und teurem medizinischem Silikon in die Brustimplantate gefüllt, um Kosten zu sparen. Es handelt sich hier um Betrug und kein Arzt oder Patient konnte das ahnen oder vorhersagen. Betroffene Patientinnen möchte ich jedoch auf alle Fälle beruhigen. Es besteht kein Grund zur Unruhe und derzeit ist kein Zusammenhang zwischen diesen Implantaten und etwaigen bösartigen Veränderungen nachgewiesen. Sie sollten ihren Arzt aufsuchen und das Implantat zum Beispiel per Ultraschall prüfen lassen. Ob es sich bei dem eigenen Implantat um ein Produkt des in der Kritik stehenden Herstellers PIP (Poly Implant Prothèse) handelt, können Patientinnen ihrem Implantatpass entnehmen oder von ihrem Operateur erfahren.
Aber die Unsicherheit und Angst, dass mit dem Implantat doch etwas nicht in Ordnung sein könnte, bleibt bei vielen Frauen dennoch zurück. Hier bieten Sie unbürokratische Soforthilfe an.
Frau Dr. Berger: Ja, denn viele Frauen haben sich ihre Brustvergrößerung im wahrsten Sinne des Wortes vom Mund abgespart und fühlen sich nun alleine gelassen, weil sie sich eine erneute Operation nicht leisten können. Bei unseren eigenen Patientinnen, welche sich für diese Implantate entschieden haben, haben wir die Implantate bereits letztes Jahr zum Selbstkostenpreis entfernt bzw. gegen andere Implantate ausgetauscht. Wir bieten selbstverständlich auch anderen betroffenen Patientinnen an, die kritischen Implantate zu einem fairen Preis zu entfernen oder auszutauschen, sodass alle betroffenen Frauen sich wieder wohl und sicher fühlen können in ihrem Körper. Die Behandlung ist unkompliziert und kann ambulant in ca. 45 Minuten OP-Zeit ausgeführt werden. Grundsätzlich sind Silikongelimplantate aber nach wie vor eine gute Sache. Auch wir bieten sie an und zwar mit sehr guten Ergebnissen. Ich rate allen Frauen, sich vor einer Brustvergrößerung gründlich zu informieren, sich in Ruhe einen Facharzt zu suchen, bei dem das Gesamtkonzept aus umfassender Beratung, Aufklärung und Qualität stimmt. Damit lassen sich die allermeisten Risiken von vornherein ausschließen.
Immer mehr Patientinnen bevorzugen mittlerweile die Brustvergrößerung mit Eigenfett. Wo sehen Sie hier die Vorteile?
Frau Dr. Berger: Viele Frauen wollen sich prinzipiell kein Silikongelimplantat einsetzen lassen, was vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse natürlich nachvollziehbar ist. Ein Implantat ist und bleibt eben immer ein Fremdkörper. Bei uns häufen sich also immer mehr Anfragen nach Primärtherapie oder Ersatz von bestehenden Implantaten durch Eigenfett. Das ist ganz klar der Trend der Zeit. Doch die Brustvergrößerung ist nur eins von vielen Anwendungsgebieten, die sich auftun, seitdem Forscher die regenerative Kraft von adulten, also erwachsenen, Fettstammzellen erkannt und entwickelt haben.
Das klingt interessant. Welche Anwendungsmöglichkeiten gibt es darüber hinaus noch?
Frau Dr. Berger: Grundsätzlich eignen sie sich für fast alle Körperregionen, die wiederhergestellt oder vergrößert werden sollen. Ob Wangen, Brust, Po oder Waden – fast überall lassen sich Körperpartien damit behandeln und gleichzeitig auch das Hautbild verbessern. Selbst Kapselfibrosen bei Silikongelimplantaten kann man behandeln, indem man durch einfache Fettinjektionen das Kapselgewebe wieder weich macht. Man kann angeborene und erworbene Deformitäten im Gesicht und am Körper rekonstruieren und durch Fettinjektionsbehandlungen harte, wulstige oder eingezogene Narben, zum Beispiel nach Verbrennung oder einem Kaiserschnitt, lindern. Auch Problemwunden, die nicht heilen wollen, lassen sich mit Eigenfett verschließen. Sogar bei Stimmbandlähmungen kann man heutzutage durch gezielte Eigenfettbehandlung die Phonetik des betroffenen Patienten wiederherstellen.
Das geht ja weit über die reine Schönheitschirurgie hinaus, es eröffnen sich auch viele Behandlungsmöglichkeiten mit medizinischer Indikation. Das ist wirklich beeindruckend.
Frau Dr. Berger: Das ist aber noch immer nicht alles. Natürlich lassen sich auch asymmetrische Brüste korrigieren oder nach einer Krebsoperation amputierte Brüste mit Eigenfett rekonstruieren. Mittlerweile sind sogar viele Kassen bereit, die Kosten dafür zu übernehmen. Wir entnehmen aus Körperzonen Fett, wo man es nicht braucht bzw. wo man es nicht haben möchte und transplantieren es an der gewünschten Stelle. Das hat gleich zwei Vorteile: es wird nur mit körpereigenem Material gearbeitet, das heißt, Komplikationen wie Abstoßungsreaktionen oder Entzündungen werden vermieden. Außerdem können wir Fett dort wegnehmen, wo es stört und an Stellen einbringen, wo es gewünscht ist.
Weckt diese Situation nicht das Interesse von Kollegen, die es damit nicht so genau nehmen?
Frau Dr. Berger: Ja, und zwar meist von fachfremden Operateuren, die oft rücksichtslos und mit wenig Legitimation vorgehen. Die Eigenfetttherapie ist eine von plastischen Chirurgen für plastische Chirurgen entwickelte Behandlungsform. Nur wer eine Ausbildung in diesem Bereich hat und über die nötige Anwendungspraxis verfügt, kann die Vielzahl neuer, raffinierter Methoden auch wirklich beherrschen. Dazu gehören vor allem Kenntnisse bezüglich Fettentnahme, Fettbearbeitung und Fetttransfer.
Wie sieht eine professionelle, qualitätsgesicherte Eigenfett-Behandlung in Ihrer Praxis aus?
Frau Dr. Berger: Die Operation wird hier in unserer Praxis von einem sechsköpfigen Spezialistenteam, zu dem natürlich auch ein Narkosearzt gehört, durchgeführt. Wir achten auf strengste Sterilität und selbstverständlich auf eine korrekte Vor- und Nachsorge, zu der eine prä- und postoperative Mammographie, eine prophylaktische Antibiose und eine Thromboembolieprophylaxe gehören. Das kann bis zu zehn Tage lang Heparinspritzen nach der OP bedeuten. Mit weniger sollten sich Patienten nicht zufrieden geben.
Das Thema Eigenfetttherapie scheint bei uns in Deutschland noch in den Kinderschuhen zu stecken.
Frau Dr. Berger: Ja, das stimmt derzeit leider noch. Aber ich bin da ganz optimistisch,
denn diese Behandlungsform ist noch relativ jung, sie bietet aber so viele Möglichkeiten, dass sie auch bei uns den angemessenen Stellenwert erhalten wird, da bin ich mir ganz sicher.
Practice for Plastic and Aesthetic Surgery in Frankfurt (Germany) bedankt sich ganz herzlich bei Frau Dr. Berger für das kompetente und informative Gespräch.
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Dr. Petra Berger MD
Board certified Plastic Surgeon, certified Quality Manager, Emercency Specialist and member of the German Association of Plastic, Reconstructive and Aesthetic Surgeons (DGPRÄC, formerly VDPC), the IPRAS, the International Society of Aethetic Plastic Surgery ISAPS, and the European Workshop for advanced Plastic Surgery (EWAPS).